Wer in Frankfurt eine Wohnung sucht, stößt fast überall auf dasselbe Hindernis: Ohne Schufa-Auskunft geht auf dem klassischen Mietmarkt praktisch nichts. Für Menschen, die frisch aus dem Ausland eingereist sind, ihren ersten deutschen Arbeitsvertrag unterschrieben haben oder nur für ein befristetes Projekt in der Stadt sind, wird diese Anforderung schnell zum Problem. Frankfurt zählt mit einem Ausländeranteil von rund 32 Prozent zu den internationalsten Städten Deutschlands, und ein Großteil dieser Bevölkerung hat beim Ankommen schlicht noch keine Schufa-Historie aufgebaut.
Das möblierte Apartment auf Zeit bietet hier einen anderen Weg, aus einem rechtlichen Grund: Der Vertrag, den ein Serviced-Apartment-Anbieter schließt, ist ein Beherbergungsvertrag und kein klassischer Mietvertrag. Damit entfällt die typische Unterlagen-Anforderung, die den Frankfurter Wohnungsmarkt für Neuankömmlinge so schwer zugänglich macht.
Geschrieben aus der Sicht eines Anbieters, der seit Jahren Long-Stay-Gäste im Frankfurter Gallusviertel betreut.
Warum der Frankfurter Mietmarkt für Neuankömmlinge zur Hürde wird
Frankfurt gehört zu den Städten mit dem höchsten Anteil ausländischer Einwohner in Deutschland. Ende 2024 lag dieser Anteil laut Frankfurter Statistikportal bei rund 32 Prozent, mit Staatsangehörigen aus 178 Nationen. Viele dieser Menschen kommen für Arbeit, Entsendung oder Weiterbildung in die Stadt und benötigen verhältnismäßig schnell eine Unterkunft, ohne jedoch eine Schufa-Akte aufgebaut zu haben.
Die Schufa-Auskunft ist kein gesetzlich vorgeschriebenes Dokument, aber viele Privatvermieter und größere Wohnungsgesellschaften verlangen sie in der Praxis als Bedingung für die Wohnungsvergabe. Wer keine Schufa-Einträge hat, weil er erst kürzlich eingereist ist oder bisher im Ausland gelebt hat, wird bei solchen Angeboten aussortiert. Hinzu kommen meist drei aktuelle Monatsgehaltszettel, eine Mieterselbstauskunft und weitere Unterlagen, die bei einer Neubeschäftigung oder nach einem internationalen Umzug schlicht nicht vorliegen.
Für Projektmitarbeiter, die nur für sechs Monate in Frankfurt tätig sind, ist ein klassischer unbefristeter Mietvertrag mit dreimonatiger Kündigungsfrist ohnehin keine passende Lösung. Ein befristeter Mietvertrag, der kürzer als zwölf Monate laufen soll, muss rechtlich sauber begründet und dokumentiert sein, was den Aufwand auf beiden Seiten erhöht.
Beherbergungsvertrag statt Mietvertrag: Was der Unterschied rechtlich bedeutet
Ein Serviced Apartment wird rechtlich als Beherbergungsleistung erbracht, nicht als Wohnraumvermietung. Der Vertrag zwischen Gast und Anbieter ist ein Beherbergungsvertrag, der ein zeitlich befristetes Nutzungsrecht an einer möblierten Einheit einschließlich Nebenleistungen wie WLAN, Reinigung und Wäscheservice begründet. Er begründet aber kein Mietverhältnis im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
Das hat konkrete Auswirkungen: Die strengen mietrechtlichen Schutzvorschriften gelten nicht, was auf beiden Seiten mehr Flexibilität ermöglicht. Für Gäste bedeutet das, dass der übliche Unterlagenmarathon rund um die Schufa entfällt. Steuertechnisch gilt: Aufenthalte bis 180 Tage unterliegen dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf die Beherbergungsleistung. Das erklärt auch, warum auf Rechnungen für Serviced Apartments ein anderer Mehrwertsteuersatz ausgewiesen wird als bei klassischen Mietverträgen.
Wer sich bei studiomuc für einen Aufenthalt interessiert, muss keine Schufa-Auskunft einreichen. Ausreichend sind ein gültiges Reisedokument sowie eine Bestätigung der Zahlungsfähigkeit, in der Praxis entweder aktuelle Gehaltsabrechnungen oder bei Unternehmensbuchungen eine Firmenreservierung mit Rechnungsadresse.
Welche Unterlagen ein möbliertes Apartment stattdessen verlangt
Die Anforderungen variieren je nach Anbieter und Aufenthaltsdauer, aber das folgende Bild zeigt den typischen Unterschied zwischen klassischem Mietmarkt und Serviced Apartment.
| Unterlage | Klassischer Mietvertrag | Serviced Apartment |
|---|---|---|
| Schufa-Auskunft | Häufig verpflichtend | In der Regel nicht erforderlich |
| Ausweis / Reisepass | Ja | Ja |
| Einkommensnachweis | 3 aktuelle Gehaltszettel | 1–2 aktuelle Nachweise oder Firmenbestätigung |
| Kaution | Bis zu 3 Kaltmonatsmieten | Variabel, teils geringer oder entfällt |
| Mieterselbstauskunft | Standard | Meist nicht erforderlich |
Typische Praxiswerte im Frankfurter Markt. Konkrete Anforderungen können je nach Anbieter und Aufenthaltsdauer abweichen.
Wer ohne Schufa besonders gut im Serviced Apartment aufgehoben ist
Die Gruppen, für die ein möbliertes Apartment in Frankfurt den geringsten Buchungsaufwand bedeutet, überschneiden sich stark mit denen, die auf dem klassischen Wohnungsmarkt am häufigsten scheitern:
Expats und international Entsandte benötigen nach der Ankunft oft unmittelbar eine Unterkunft für die ersten Monate, bevor eine dauerhafte Lösung gefunden wird. Ihre Bonität ist im Herkunftsland gut dokumentiert, in Deutschland aber noch nicht sichtbar. Ein Serviced Apartment akzeptiert stattdessen die Firmenreservierung oder internationale Zahlungsmittel.
Berufsneuankömmlinge in der Probezeit stehen vor dem Problem, dass sie zwar einen Arbeitsvertrag haben, aber noch keine drei Monatsgehaltszettel vorlegen können. Viele Vermieter lehnen solche Bewerber direkt ab. Im möblierten Apartment lässt sich der Aufenthalt flexibel auf die Länge der Probezeit abstimmen, ab 4 Wochen mit Longstay-Konditionen.
Projektmitarbeiter und Consultants, die für ein halbes Jahr oder länger in Frankfurt tätig sind, brauchen eine Unterkunft für genau diesen Zeitraum. Ein Studio Apartment auf Zeit lässt sich monatsgenau buchen und endet ohne Sonderkündigungserfordernis zum vereinbarten Datum.
Unternehmen, die Mitarbeiter entsenden, buchen häufig über die Firmenkreditkarte oder per Rechnung. Eine Schufa-Auskunft auf den Mitarbeiter ist dabei weder informativ noch praktikabel. Mehr zu den Konditionen für Firmenbuchungen finden Sie auf der Seite zu B2B-Apartments auf Zeit.
Anmeldung im Serviced Apartment: Was Neuankömmlinge noch beachten sollten
Eine häufige Zusatzfrage betrifft die Meldepflicht. Wer sich in Frankfurt mit einem Serviced Apartment als Haupt- oder Nebenwohnsitz anmelden möchte, benötigt eine Wohnungsgeberbestätigung des Anbieters. Seriöse Anbieter stellen dieses Dokument aus; es ist für die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt erforderlich. Die Anmeldung hat nichts mit der Schufa zu tun, gilt aber als erster Schritt zum Aufbau einer eigenen Bonitätsakte in Deutschland.
Shortstay-Aufenthalte bei studiomuc sind ab 5 Tagen buchbar, Longstay ab 4 Wochen. Wer für einen längeren Zeitraum plant, profitiert bei den Longstay-Konditionen in der Regel von günstigeren Tagespreisen.
Häufige Fragen
Muss ich für ein möbliertes Apartment in Frankfurt eine Schufa-Auskunft vorlegen?
Nein. Serviced Apartments arbeiten mit Beherbergungsverträgen, die keine Schufa-Auskunft voraussetzen. Ausreichend sind ein gültiges Ausweisdokument und ein aktueller Einkommensnachweis oder, bei Firmenbuchungen, eine Bestätigung des Arbeitgebers.
Ich bin frisch aus dem Ausland nach Frankfurt gezogen. Was kann ich statt der Schufa einreichen?
Ein gültiger Reisepass, ein aktueller Arbeitsvertrag oder die jüngste Gehaltsabrechnung und bei B2B-Buchungen eine Firmenbestätigung mit Rechnungsadresse. Diese Unterlagen sind in der Praxis ausreichend, um eine Buchungsbestätigung zu erhalten.
Kann ich mich im Serviced Apartment in Frankfurt anmelden?
Ja. Seriöse Anbieter stellen eine Wohnungsgeberbestätigung aus, die das Einwohnermeldeamt für die Anmeldung benötigt. Diese Anmeldung ist unabhängig von der Schufa und gilt als erster Schritt zum Aufbau einer eigenen Bonitätsakte in Deutschland.
Ab wann ist ein möbliertes Apartment günstiger als ein Hotel in Frankfurt?
Ab einem Aufenthalt von etwa zwei Wochen wird ein möbliertes Apartment in der Regel günstiger, weil die Küche die Restaurantkosten senkt und Wäscheservice enthalten ist. Ab vier Wochen ist der Preisvorteil gegenüber vergleichbaren Hotelkategorien gut spürbar.


